Lange Zugfahrten, weltbekannte Denkmäler und ein exklusiver Blick hinter die Kulissen der deutschen Politik: Vom 7. bis 11. September 2026 tauschte die 10c das Klassenzimmer gegen die geschichtsträchtigen Straßen der Bundeshauptstadt. Fünf Tage lang erlebten die Schüler*innen Berlin aus ganz unterschiedlichen Perspektiven – als historischen Ort, als Zentrum der deutschen Politik und natürlich auch als lebendige Großstadt.
Zwischen Mauerfall und modernem Großstadtflair
Die Anreise mit dem Zug begann, wie so oft bei der Bahn, mit einer kleinen Geduldsprobe. Mit Verspätung konnten die Schüler*innen schließlich ihre Zimmer im zentral gelegenen Hostel in Berlin-Mitte beziehen. Nach dem gemeinsamen Abendessen ging es direkt zum ersten Programmpunkt, einem Abendspaziergang zur nahegelegenen East-Side-Gallery. Die bunt bemalten Reste der Berliner Mauer boten erste Fotomotive und bildeten einen stimmungsvollen Auftakt für die kommenden Tage.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der deutschen Geschichte. Bei der Stadtführung „Berlins Mitte in Kürze“ ging es vom Bundeskanzleramt über das Brandenburger Tor und das Holocaust-Denkmal bis zum Potsdamer Platz. Dabei wurde deutlich, wie eng in Berlin historische Orte und moderne Großstadtarchitektur miteinander verbunden sind.
Am Nachmittag vertieften die Schülerinnen ihr Wissen an der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Neben den baulichen Überresten der Mauer standen vor allem die persönlichen Geschichten von Menschen im Mittelpunkt, die aus der DDR fliehen wollten und dabei ganz unterschiedliche Erfahrungen machten. Die individuellen Schicksale und die Informationen über das damalige Grenzsystem machten die Geschichte der deutschen Teilung für die Schülerinnen besonders anschaulich.
Unterwelten und prominente Gesichter
Am dritten Tag wartete ein Kontrastprogramm. Zunächst ging es hinab in die Berliner Unterwelten und in einen ehemaligen Atombunker an der Pankstraße. Der Bunker ist ein eindrucksvolles und teilweise bedrückendes Zeugnis aus der Zeit des Kalten Krieges. Die Schüler*innen erhielten einen Einblick in die damaligen Vorstellungen vom Schutz der Bevölkerung im Falle eines atomaren Angriffs und erfuhren, wie stark die politischen Spannungen dieser Zeit auch den Alltag der Menschen beeinflussten.
Zurück an der Oberfläche warteten dann Glanz und Glamour bei „Madame Tussauds“. Zwischen täuschend echten Wachsfiguren von Prominenten entstand zahlreiche Selfies. Der restliche Nachmittag stand zur freien Verfügung. In Kleingruppen erkundeten die Schüler*innen verschiedene Ecken der Stadt, probierten kulinarische Spezialitäten aus, besorgten letzte Souvenirs und sammelten ihre ganz persönlichen Eindrücke von Berlin. Für manche gehörte dabei auch ein Besuch bei Berlins bestem Hähnchen zum Pflichtprogramm.
Demokratie hautnah und lange Partynacht
Ein besonderes Highlight erwartete die Schüler*innen am vierten Tag mit dem Besuch des Deutschen Bundestages. Im Plenarsaal konnten sie eine Sitzung des Deutschen Bundestages live von den Tribünen aus verfolgen und parlamentarische Demokratie einmal nicht nur aus dem Unterricht, sondern direkt vor Ort erleben.
Anschließend hatten sie die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit ihrer Wahlkreisabgeordneten Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU). Sie berichtete zunächst über ihre persönliche Biografie und ihren Weg in die Politik. In einer offenen und lebhaften Fragerunde ging es anschließend unter anderem um die Energiewende, die Zukunft des Landes und weitere aktuelle politische Themen. Auch Fragen zum politischen Alltag und zu den Herausforderungen, die viele Menschen mit Blick auf die kommenden Jahre beschäftigen, kamen zur Sprache. Für die Schüler*innen war dies eine interessante Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen und Politik unmittelbar mit einer Abgeordneten zu diskutieren.
Nach so viel Geschichte und Politik durfte vor der Heimreise natürlich auch das Feiern nicht zu kurz kommen. In der Jugenddisco „Matrix“ tanzten die Schüler*innen unter den Berliner S-Bahn-Bögen in den letzten Abend hinein und ließen die Abschlussfahrt gemeinsam ausklingen.
Heimreise mit tollen Erinnerungen
Nach intensiven und abwechslungsreichen Tagen ging es schließlich zurück nach Hause. Mit vielen neuen Eindrücken, einer Menge geschichtlichem Wissen und einem tieferen Verständnis für die Demokratie im Gepäck ging eine ereignisreiche Abschlussfahrt zu Ende. Berlin ließ die Schüler*innen Geschichte erleben, Politik hautnah erfahren und gleichzeitig viele gemeinsame Momente genießen.
P.S.: Eine Erkenntnis, die die 10c zukünftigen Klassenfahrten in Großstädte noch mit auf den Weg geben möchte: Beim Einsteigen in die U- oder S-Bahn am besten mindestens zwei getrennte Einstiege verwenden. Es könnte sonst sein, dass es nicht alle rechtzeitig in die Bahn schaffen. :-)